Fränkisches Kleinod Seßlach

Geschichte-Tradition-Sage-Heimatklänge-

Feuerwehrwesen

 

Wo finden Sie das noch?

Kleinstadtidylle, altfröhliche Lebensweise, fränkische Mundart und Heimatbewusstsein – glücklich vereint – besuchen Sie uns und Sie erhalten was Sie erwartet.

… ach ja, die alten Mauern, Tore und Türme – sie sind Zeugen bis ins 20. Jahrhundert, Garant einer großen Vergangenheit.

 

Als „Duo Sezzelacha“ bzw. „Sezzilahono marca“ blickt das heutige Kleinod im Coburger Land mit einem Freudigen Auge zurück bis ins Jahr 800. Ein Neffe Karl des Großen, Graf Asis vermachte damals neben „Germundes“ (Gemünda) und „Helidberga“ (Heldburg) seine gesamte Seßlacher Flur, welche an einer alten Hochstraße von Erfurt nach Hallstadt entlangführte, dem Kloster und Abt von Fulda.

 

Anno 1244 wurde Seßlach im Krieg zwischen Herzog Otto VIII von Meran und Weismain und dem Bischof Hermann I von Würzburg, ganz zerstört. Nach dem tatkräftigen Aufbau der Gemarkung, verlieh Kaiser Ludwig der Bayer schon 1335 den Seßlachern das Stadtrecht. Das hieß, Seßlach durfte sich vesten mit Mauern, durfte einen Wochenmarkt abhalten und erhielt hinaus das Brau-, Zehent- und Fischereirecht. (Wie es den Reichstädten zustand)

 

1397 trat Seßlach mit Ebern dem „Elferbund“, einer Art Städtebund bei. Um 1400 und der Schlacht von Bergtheim verloren die „Städler“ ihre Selbstständigkeit.

 

Die Bauernkriege 1525 gingen dann später in die Annalen der Seßlacher ein. Es sollte für eine Neugestaltung des Reiches aus bäuerlichen Denken heraus und für eine Aufhebung der Leibeigenschaft, sowie der weltlichen Kirchherrschaft gekämpft werden. Engagierte Seßlacher Bürger belagertenden den Geyersberg vor den Toren der Stadt, auf welchen eine Baunach/Itzgrund ansässige, reiche Familie, derer von Lichtenstein wohnte. Ebenso wurden die Schlösser Tambach, Wiesen und Heilgersdorf, sowie Lichtenstein und Altenstein belagert und zerstört. Zur verhältnismäßig raschen Niederwerfung der Aufstände trug bei, dass die Bauern keinen allgemein anerkannten Führer hatten und meist getrennt vorgingen. Bischof Konrad von Würzburg nahm am 27. Juni 1525 die Stadt und das Amt Ebern ein und einen Tag später auch Seßlach. (aus dieser Zeit besteht auch neben 1397 das gute partnerschaftliche Verhältnis zu Ebern) Als Strafe für den Bauernaufstand ließ der Bischof fünf Bürger und einen Zehntgrafen auf dem Marktplatz enthaupten.

 

Bereits 1632 (während des 30-jährigen Krieges) wurde Seßlach neben Heilgersdorf und Watzendorf (Wallfahrtsort Karl des Großen) erneut heimgesucht und verwüstet. 1200 Reiter fanden am Pfingstfest die Stadt verschlossen vor und deshalb steckten die „Kaiserlichen“ den Pfarrhof und einige angrenzende Gehöfte in Brand.

 

Ebern und Seßlach teilten wieder das schwere Los. Der französische Krieg brachte 1673 abermals Leid und Verwüstung für die tapferen Bürger Seßlachs.

 

Kaum 100 Jahre später wurde Seßlach durch eine Viehseuche und im Sommer durch große Heuschreckenplagen heimgesucht. 1770 im 7-jährigen Krieg lagern zum Schutz des fürstlichen Amtes in Seßlach würzburgsche Truppen auf dem Geyersberg. Trotzdem musste die Bevölkerung abermals ihren Preis zollen.

 

1810 allerdings, durch einen Staatsvertrag zwischen der Krone Bayerns und dem großherzoglichen Amt und Bistum Würzburg, kam des Seßlacher Amt zum Erzbistum Bamberg. Geschichtlich sehr interessant ist nämlich, das Seßlach von 1812 – 1879 ein königliches Landgericht besaß, also damals schon Funktion eines Zentrums hatte. 1879 zum Amtsgericht geworden, wurde dieses Relikt aus alten Tagen dann 1929 um Zuge der ersten Staatsvereinfachung aufgelöst.

 

Rund ein halbes Jahrhundert zuvor, war die „Große Zeit“ der Feuerwehren. Auch Seßlach ging hier seinen Weg, deshalb kann die FF Seßlach heute auf eine stolze, mehr als 100-jährige Geschichte zurückblicken. Obwohl verschiedene, leider nicht mehr vollständige erhaltene Unterlagen über das Feuerlöschwesen die Zahl 1856 tragen, also eigentlich 138 Jahre.

 

In benachbarten Herzogtum Coburg, verfügten die Dorfschaften bereits seit 1834 über gewisse Feuerordnungen und Vorschriften zum vorbeugenden Feuerschutz.

 

Wie gesagt eine Geschichte, gepaart mit großen Belastungsproben und hohem Einsatzbewusstsein. Hiervon zeugen die Größbrände zweimal im Jahr 1905 und 1906 und später dann in den „zwanziger Jahren“. Wenige aber markante Veranstaltungen im Gesellschaftsleben der Freiwilligen Feuerwehr Seßlach waren 1904 der Feuerwehrbezirkstag am 2. September mit Vollversammlung, Feuerwehrübung und kleiner abendlicher Feier mit Kommandant Stöckinger.

 

Fahnenweihe mit 100-jährigen Jubiläum, feierten die Seßlacher im Sommer 1969 unter Kommandant Neumohr.

 

1979 konnte 1. Kommandant Alfred Gagel, dank unermüdlicher Aufbauarbeit auf 6 Löschgruppen mit Abzeichen und einer Gruppe für den schweren Atemschutz unter Leitung von Roland Brand zurückgreifen. Ein sympathischer Zufall – Jahre nach dem Bezirksfeuerwehrtag – Seßlach feiert den Kreisfeuerwehrtag 1979, verbunden mit dem 110-jährigen Jubiläum.

 

Peter Franz und Konrad Schneiderbanger überbrückten anschließend dem mit sich bringenden Generationswechsel auch innerhalb der Feuerwehr. Nach dem leider viel zu früh von uns gegangenem späteren 1. Kommandant Michael Mai, der mit viel Eifer und Jugendlichen Elan die Freiwillige Feuerwehr in Seßlach bis 1988 führte.

Ab diesen Zeitpunkt liegt die Führung bei den damals erst 20 –jährigen 1. Kommandant Markus Betz der bis 2012 die Geschicke der Feuerwehr lenkt und nach 24 Jahren Führungsarbeit seinen Nachfolger Robert Cervenka übergibt aber weiter als 2 Kdt arbeitet.

Den Posten des 2 Kommandanten hatten folgende Kammeraden inne:

1989 - 19..    Karl Rab

19                  Markus Kuttner

19        2012 Elmar Butterhof     

 

Parallel zur aktiven Wehr gibt es wie im restlichen Freistaat seit 1968 den Feuerwehrverein, dessen Vorsitzender jetzt Detlef Beckert ist.

 

Peter Leber ein Heimatdichter um 1905, weis folgenden Vers aus den „roten Hahn“ und dessen Ursachen zu reimen.

 

                          … um mich zu rächen, bin heut herangezogen

ein teuflisch Feuer glüht in meiner Brust

im Flammenmeere sollst du, Seßlach untergehen,

und lachen will ich dann in wilder Lust

… in blindem Eifer zog der lange, dunkle Schatten

dir schwarze Kugel, aus dem Wams hervor

und warf sie, fluchend bei dem Eck der

Judengasse in Eile hinters Scheunentor

… es brennt, es brennt, die Stadt ist in

Gefahr es sammelt sich um eine große Feuersäule

In Angst und Hast eine kleine Rettungsschar…

Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr

Alte Bilder